Orchestrierendes End-to-End Supply Chain Management - SCM

Veröffentlicht am 23. Januar 2020

Die Lieferketten werden aufgrund von high mix and low volume Produkten immer komplexer. Dennoch werden diese nach wie vor meist per ERP plus Excel manuell geplant. In einem Umfeld von stetig wachsender Konkurrenz und sich beschleunigenden Märkten wird immer klarer, dass Ziele wie Kundenzufriedenheit,  Bestandsoptimierung und Minimierung der Betriebskosten mit herkömmlichen Planungsmethoden nicht zu erreichen sind.

Was sind die Lösungen im Zeitalter der Digitalisierung?

Digitalisierung der Planungsmethode für das Lieferketten-Management

Um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben, braucht es Investitionen in neue Planungstechnologien für das Lieferketten-Management. Ein essenzieller Baustein dafür ist die Digitalisierung der Planungsmethode. Damit können verschiedene Szenarien durchgespielt und verglichen werden. Ebenso müssen im Planungssystem Daten aus ERP, MES, WMS etc. zusammengeführt und vereinheitlicht werden. Das bisherige manuelle Pflegen von mehreren Excel-Tabellen in jedem Werk sowie in diversen Rohmateriallagern und Logistikzentren für Endprodukte wird damit gänzlich abgeschafft.

Das Zusammenführen aller planungsrelevanten Daten ist eine Herausforderung. Doch nur auf dieser Grundlage ist es möglich, die dynamischen Gegebenheiten der gesamten Lieferkette realistisch zu planen, zu überwachen, zu kontrollieren und sie mit diversen Partnern zu teilen, um jederzeit realitätskonforme Planungsentscheidungen fällen zu können.

SCP-Grafik-1

Um die dynamischen Gegebenheiten der gesamten Lieferkette realistisch zu planen, müssen sämtliche planungsrelevanten Daten in einem SCM-/SCP-System in Echtzeit abgebildet werden.

 

Vollständige Übersicht in Echtzeit mit einem SCM-/SCP-System

Für die gesamte Lieferkette ist manuelles Planen allein schon wegen der Datenmenge nicht möglich. Hinzu kommt, dass zahlreiche, scheinbar unbedeutende Kleinigkeiten eine kontinuierliche Reaktionsfähigkeit erfordern. Denn diese können an anderer Stelle große Auswirkungen haben.

Manche Unternehmen setzen Frühwarnsysteme - sogenannte Frontloading Management Systeme – ein, um starke Veränderungen in Angebot und Nachfrage rechtzeitig in Echtzeit zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren. Diese Systeme funktionieren bei Beschaffung, Produktion sowie bei Verkauf und Distribution deutlich effizienter als ihre nicht digitalisierte Konkurrenz.

Auf der Suche nach neuen Planungstechnologien werden Sie auf Softwaresysteme für das sogenannte End-to-End Supply Chain-Management (SCM) stoßen, insbesondere auf End-to-End Supply Chain Planning (SCP) Systeme. Dies sind High-End Planungssysteme, welche eine optimale Orchestrierung zwischen den verschiedenen Teilen des Lieferkettenpuzzles ermöglichen.

Der Erfolg des Einsatzes einer End-to-End SCP-Software ist enorm, wenngleich dies auch von den Fähigkeiten des Planers bei der Bedienung des SCP-Systems abhängig ist. Ein grundlegendes Verständnis von praktischen Abläufen innerhalb der Lieferkette sowie sämtlicher IT-Systeme für Management und Kommunikation sind vorausgesetzt. Ein gut integriertes und kompetent bedientes SCP-Tool beherrscht die detaillierte Koordination diverser Produktionsstandorte, Transportressourcen, Materiallager und Verteilzentren und sorgt für eine erhebliche Optimierung der Gesamteffizienz.

Schnelle Simulation durch softwaregestützte Intelligenz

Intelligente Algorithmen, entwickelt aus langjähriger Praxiserfahrung und umfassendem Know-How weltweit führender Produktionsunternehmen, bilden das Herzstück eines modernen Supply Chain-Planungssystems. Damit kann die gesamte Lieferkette präzise orchestriert werden – so, wie ein Dirigent sein Orchester leitet. Alle Aktionen sämtlicher Parteien der Lieferkette werden dynamisch und in Echtzeit abgebildet und gesteuert.

Eine weitere wichtige Kernfunktionalität des orchestrierenden, End-to-End Supply Chain-Planungssystems ist die Simulationsfähigkeit. Damit wird praktisch der Blick in die Zukunft ermöglicht, um die Flexibilität und das Handlungspotenzial zu maximieren.

Mit der Simulation verschiedener Szenarien mittels des SCP-Systems können optimale Planungsentscheidungen getroffen werden, bei der auch kleinste Engpässe/Konflikte innerhalb der Lieferkette berücksichtigt werden, die bei manueller Planung nicht sichtbar wären. Das ermöglicht letztlich eine 100 % exakte Steuerung der Lieferkette.

Eine fortschrittliche und moderne SCP-Software zeichnet sich dadurch aus, dass die Simulation von verschiedenen Planungsszenarien nicht Stunden dauert, sondern innerhalb weniger Minuten dargestellt wird. Nur so sind optimierte Planungsentscheidungen mit hoher Flexibilität möglich.

Ein weiteres wichtiges Kriterium eines leistungsfähigen SCP-Systems ist die schnelle Integration in die bestehende IT-Struktur (ERP, MES, WMS, etc.) ohne aufwändige Programmierung.

Vollautomatische Planung der gesamten Lieferkette

Der Einsatz eines vollautomatischen, orchestrierenden End-to-End-Planungssystems spielt eine Schlüsselrolle bei der Minimierung von Betriebskosten: durch Simulation und Ergebnisvergleich von Beständen (Rohmaterial, Halbfabrikate, Fertigprodukte), Produktion, Lager, etc. können diese optimal aufeinander abgestimmt beziehungsweise vorausschauend geplant werden.

Damit wird die Wertschöpfung auf allen Unternehmensebenen gesteigert. Exakt ausgerichtet auf die Prozesse in Produktion und Logistik verrichten auch die vorgelagerten Abteilungen Just-in-Time ihre Tätigkeiten. Das Ergebnis sind effiziente reibungslose Abläufe innerhalb der gesamten Lieferkette, was eine erhebliche Reduzierung der Betriebskosten zur Folge hat.

Das softwaregestützte End-to-End Supply Chain Planungssystem ermöglicht einfache und schnelle Entscheidungen wie Lagernachfüllungen, Auswahl von Lieferanten, Produktionsstätten und Transportressourcen, Optimierung der Produktionsreihenfolge, Erstellung von Produktionsaufträgen für einzelne Fabriken und individuelle Produktionsressourcen, Materialbestellungen, etc.

Die wichtigsten Vorteile eines Supply Chain Management/Planungs-Systems

Die schnelle Simulation der Zukunft mittels eines leistungsfähigen SCM-/SCP-Systems ermöglicht proaktives, präzises und orchestriertes Handeln auf allen Ebenen der gesamten Organisation! Daraus ergeben sich kurz- und langfristig enorme Vorteile, wie z.B.:

  • What-If-Analysen und Simulationsvergleiche schaffen Kundenzufriedenheit durch Liefertreue und ermöglichen gleichzeitig eine massive Verringerung der Bestände.
  • Vorausschauendes Ausnahmen-Management ermöglicht das Erkennen von eventuellen Problemen im Voraus und somit das Einleiten von vorbeugenden Maßnahmen.
  • Berichtsfunktion: Bisher kennen wir KPI als Kennzahlen der Vergangenheit. Viel wichtiger für Management-Entscheidungen sind jedoch realistisch zu erwartende „Future KPI“: Bestandsveränderungen bei Rohmaterial und Fertigprodukten in verschiedenen Lagern, Ressourcenproduktivität, Herstellungskosten, Transportkosten, Liefertreue, etc.

Neben der wichtigsten Technologie von Industrie 4.0, dem orchestrierenden end-to-end Supply Chain-Planungssystem, können weitere Technologiebausteine wie Big Data, Machine Learning, IIoT, etc. erschlossen werden. Der Grundpfeiler im kommenden Zeitalter der vollständigen Digitalisierung ist übergreifende, effektive und machbare Planung.

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